Poster-Session

Dr. Deborah F. Hellmann und Dr. Lena Posch: Männer als Betroffene von Stalking: Prävalenz und Konsequenzen

Das Erleben von Stalking kann sowohl den Alltag der Betroffenen als auch ihr psychisches und physisches Wohlbefinden stark beeinträchtigen. Den Ergebnissen internationaler repräsentativer Befragungen zufolge erleben die Betroffenen von Stalking aufgrund der Nachstellung mehrheitlich in irgendeiner Form negative Konsequenzen. Die Forschung auf diesem Gebiet konzentriert sich jedoch in erster Linie auf die Prävalenz und die Konsequenzen von erlebtem Stalking bei weiblichen Betroffenen und vernachlässigt damit die Tatsache, dass auch Männer Opfer von Stalking werden können. Um diese Lücke in der deutschen Forschungslandschaft zu adressieren, präsentieren wir die Ergebnisse zweier aktueller Online-Befragungen (N = 994). Die Daten zeigen, dass nicht nur Frauen, sondern auch ein erheblicher Anteil an Männern Stalking und belästigende Verhaltensweisen in ihrem Leben erfahren und dass ihre psychische Gesundheit durch die Viktimisierungen ebenfalls beeinträchtigt werden kann. Die Implikationen dieser Ergebnisse diskutieren wir vor dem Hintergrund vergleichbarer nationaler und internationaler Forschung.

 

Julia Dobberstein, Kristina Lühr (Opferhilfe Hamburg e.V.) und Cornelia Tietze: Stalking am Arbeitsplatz – Ein Leitfaden für den betrieblichen Kontext

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Problematik des Stalkings im betrieblichen Kontext. Stalking ist ein Phänomen, das neben den Auswirkungen auf den Privatbereich auch den Arbeitsplatz der Betroffenen in bedeutsamen Ausmaß betreffen kann. Es kann vorkommen, dass dem Arbeitgeber private Fotos zugeschickt werden, verleumderische Nachrichten über die Betroffenen bei der Personalabteilung eingehen oder die Telefonleitungen durch die permanenten Anrufe der stalkenden Person besetzt sind. Die beharrliche Nachstellung kann mitunter zu massiven sozialen und gesundheitlichen Folgen für die Betroffenen führen, was sich wiederum auf die Leistungsfähigkeit der betroffenen MitarbeiterInnen am Arbeitsplatz auswirken kann.

In diesem Beitrag erfolgt ein einführender Überblick über Stalking, Erscheinungsformen und Auswirkungen am Arbeitsplatz, Motive der stalkenden Personen und mögliche Folgen für die Betroffenen. Anschließend erfolgt eine Vorstellung von Handlungsempfehlungen für den Arbeitgeber zum Umgang mit Stalking im betrieblichen Kontext. Dazu gehören u.a. präventiv wirkende Ansätze und konkrete Unterstützungsmaßnahmen für Betroffene. Ziel der Handlungsempfehlungen ist es, die Arbeitgeber für die Thematik zu sensibilisieren sowie das kompetente Handeln im Umgang mit Stalking zu fördern.

 

Silke C. Rabe (Aktion Psychisch Kranke e.V.): Was sind die Gründe für Stalking? Eine Analyse der Klient*innen von Stop-Stalking Berlin hinsichtlich motivationaler und demografischer Merkmale im Gendervergleich

Dieser Beitrag geht der Frage nach, wie Männer und wie Frauen stalken. Die Auswertung der über fünf Jahre erhobenen Daten der Täterarbeit
liefert Erkenntnisse über die Entwicklung ihres Stalkings und über geschlechtsspezifische Unterschiede.

 

Johannes Lenk (Stop-Stalking Süd): Beratung für Menschen, die „stalken“ – Eine erste Untersuchung der Wirksamkeit durch eine Analyse von Charakteristika des Beratungsverlaufs sowie durch Befragungen in einer spezifischen Beratungsinstitution

Master-Thesis 2012 im Studiengang „Psychosoziale Beratung“ an der Evang. Hochschule Darmstadt. Ausgezeichnet mit dem Förderpreis 2014 der Evang. Hochschulgemeinschaft Darmstadt. Die Master-Thesis beschäftigte sich mit der Wirksamkeit der Beratung von Menschen, die stalken. Mögliche Wirkungsweisen und Wirkfaktoren wurden dabei konkret in den Blick genommen.

 

Jane Ruthenberg (Masterstudentin, Internationale Kriminologie): (Cyber-)Stalking entgegentreten: Stalking-Betroffene und daraus resultierende Viktimisierungsprozesse in der Strafverfolgung, Politik und bei Beratungsangeboten

Im Rahmen der Masterarbeit für den Studiengang „Internationale Kriminologie“ an der Universität Hamburg präsentiert der Beitrag eine Forschungsskizze als kriminologische Untersuchung von Stalking-Betroffenen. Nach einer Einordnung der aktuellen Herausforderungen und Erscheinungsformen von (Cyber-)Stalking sollen Viktimisierungsprozesse in der Strafverfolgung, Politik und bei Beratungsangeboten in Deutschland herausgearbeitet werden. Mithilfe von qualitativen Experteninterviews werden im methodischen Teil mögliche Handlungsebenen aufgezeigt. Der Beitrag kann als eine Art Kolloquium von Interessierten und Experten genutzt werden, um Feedback und/oder Tipps an die Vortragende zu richten.